Federleicht

Es ist, als wäre ein großer, schwerer Stein,

direkt von meinen Schultern in die Alster gefallen.

Mein Kopf hat aufgehört, sich um dich zu drehen.

Und mein Herz bleibt nicht mehr sekündlich stehen.

Beim Gedanken an dich.

 

Keine Geschichten mehr,

die mein Verstand denken muss.

Keine überschlagenden Gefühle mehr,

wie nach zu viel Wodka mit Schuss.

Nur tiefe Klarheit und ein Ozean an Stille in mir.

 

Klarheit – wie oft hab ich verzweifelt danach gesucht.

Hab sie herbeigedacht,

und sie verflucht.

Wenn sie mal wieder nicht kommen wollte.

Hab sie manifestiert und aus schlauen Büchern geklaut,

und mir damit ein schönes, weißes Luftschloss gebaut.

 

Doch als ich nicht mehr versuchte zu wissen, sondern endlich verstand:

Da war nie ein magisches Band –

zwischen uns, das uns vereinte.

Es waren nur meine alten, schmerzhaften Wunden,

die du geschickt berührtest,

und mich so in deinen Bann entführtest.

Da war es wie nach einem Unwetter auf hoher See,

wenn sich die dunklen Wolken lichten,

und Kapitäne den Kompass gen Norden ausrichten,

um neue Horizonte zu sichten.

 

Erst das freie Herz erkennt wieder seinen wahren Sinn.

Wirft im Sprung das schwere Kettenhemd hin,

und tanzt federleicht im Sonnenlicht.

Als hätte es nie eine Verletzung gefühlt,

werden alle geweinten Tränen zurück ins Meer gespült.

Sie hatten ihre Zeit, sie dürfen dort bleiben.

Denn um zu lieben, braucht es keine verstaubten Geschichten.

Ein offenes Herz ist mehr als genug.

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