Du bleibst

Verloren blicken deine müden Augen an mir vorbei.

Sie haben schon so viel gesehen, in dieser Welt und in diesem Land.

Manchen Schmerz und manch braune Partei.

Wollen sich ausruhen – ein letztes Mal, vielleicht.

 

 

Sanft streichele ich deine faltigen Hände.

Wenn deine Haut sprechen könnte,

sie würde erzählen – ganze Bände.

Geschichten vom Lachen, vom Weinen, von harter Arbeit und schweren Zeiten.

 

 

 

Beim Frühstück und bei Kaffee mit Sahnetorten,

scheint die Zeit stehen geblieben.

Am runden Esszimmer-Tisch mit der Hängelampe verrät dein leerer Blick:

Du bist weit fort, an einem anderen Ort.

 

 

 

Seit ich denken kann, warst du mein Zuhaus.

Hattest mir immer Meilen an Geschichte und Leben voraus.

Wenn ich dich jetzt so seh,

verletzlich und alt,

fühl ich mich wie damals auf deinem Arm –

nur ohne Luftballons und das Gefühl von Wir-haben-ewig-Zeit.

 

 

 

Von deinem Leben ist nicht mehr viel da –

außer deine Hausschuhe, das schwarze Paar,

wenn du sie nicht mal wieder vergisst.

Wie das Zähneputzen oder meinen Namen,

gelegentlich.

 

 

Ich vermisse deine Witze und dein lautes Lachen.

Stattdessen nur auswendig gelernte Phrasen,

weil dir die Wörter fehlen.

Um deine Geschichten von früher zu erzählen.

 

Du bist da und fehlst mir doch so sehr.

Aber meine Erinnerung an dich, die geb ich nicht mehr her.

Und solltest du irgendwann entscheiden zu gehen,

wartet da schon ein großer Platz in meinem Herzen auf dich.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s