Ein Sommertango

Du kamst wie eine Rakete auf Speed in mein Leben geschossen,

groß, laut und mit Überschall.

Warst alles, nur nicht verschlossen.

Ein armer Liebesbettler, wolltest so viel

von mir.

Ich war nur eine Sekunde irritiert,

und griff dann beherzt in deine leeren Taschen.

Ist doch sonst nicht so mein Stil.

Nur um festzustellen, dass da nichts war.

Doch anstatt meine Jacke zu schnappen, mein Herz und zu gehen,

blieb ich wie vom Blitz getroffen stehen,

und verfing mich mit den Händen in deinen dunklen Haaren.

 

Ich vertraute, öffnete – erst das Bier und danach mich,

erkannte mein Herz nich

wieder.

Es gab sich so schamlos hin.

Genoss,

liebte,

atmete auf.

„Pass auf, dass du dich nicht verletzt und lauf“,

rief ich mir selbst zu,

wie in einer schrägen Jim Carrey-Verfilmung,

„There’s a hole in my soul. I can’t fill it, I can’t fill it“, dröhnte es ohrenbetäubend laut aus den Boxen.

„There’s a hole in my soul. Can you fill it, can you fill it.“

Aber mein bescheuertes Herz gab einfach keine Ruh‘.

Wollte dir nah sein.

Warum bemerkte ich nicht – da war kein Heiligenschein

über deinem Kopf.

Eher ein Batman-Umhang,

über deinen schmalen Schultern,

Ja, ja, vier is ne Gäng und so.

Und während du diese Striche zeichnetest

und Freestyle-Lieder sangst,

staunte ich mit großen Augen,

zu was deine Hände und dein Mund alles taugen

konnten.

In jeglicher Hinsicht.

 

Ich ließ mich mitreißen,

flog mit, ein Stück.

Machte die Nacht zum Tag.

was ist, wenn ich dich ehrlich mag?

Die wilden Blumen auf dem Feld waren Mein,

du pflücktest sie für mich, denn ich war jetzt dein

absoluter Lieblingsmensch. Das sagtest du.

Wie verdammt gern hörte ich deinen Worten zu.

Ließ mich von dir ans Meer bringen,

und um meine Fassung ringen.

Als ich merkte,

dass ich dich so krass vermisste.

wie es nur Henning und Juju singen können – in deiner Lieblingsplayliste.

Und wir uns gar nicht mehr trennen wollten,

passierte es – ich ließ das Schild sinken,

die Deckung fallen, fing sofort an zu hinken,

als du mich am linken Bein trafst,

doch noch tiefer erwischtest du mein naives Herz.

Im Juni war es plötzlich kalt wie im Winter.

Und als, einer Atlantik-Welle gleich, angerollt kam, der Schmerz,

hing meine leichte Sommerjacke immer noch überm Stuhl.

 

Ich sah in deine braunen Augen und suchte das Meer,

ich fand es nicht – ist das fair?

Nein, das ist die Liebe.

Für manche gibt’s nen Persilschein, aber für nichts ne Garantie.

Und manchmal gibt es nichts zurück

außer einen fast fertigen Stuhl,

in dem du jetzt Ausschau hältst nach dem großen Glück.

Doch auf der Leinwand des Lebens, da läuft ein anderes Stück.

 

Vorm roten Vorhang singt der Kinderchor:

„Füll deine leeren Taschen ordentlich auf mit Sand,

denn sonst findest du keine Liebe,

sondern wieder nur eine weiche Hand,

die dich ein kurzes Stück begleitet,

solange, bis sie mit deinen bösen Geistern fighted,

die nicht besiegt sind, sondern nur schlafen.“

 

Letzter Akt, der Chor schaut stumm rüber zu dir.

Und jetzt fällt auch dieser Vorhang hier:

Du bist nicht Batman.

Du bist ein großer Junge auf seinem Skateboard, der sich heute noch danach sehnt,

das zu sein was er von anderen erwartet:

sein größter Fan.

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