Dein Lied

Ich höre deine Stimme noch. Doch sie ist leiser geworden. Wohnt nicht mehr in meinem Kopf. Spielt nicht mehr, Tag ein, Tag aus, die gleiche süße Melodie von uns.

Deine lachenden Augen begegnen mir nicht mehr in jedem meiner Träume. Nur in besonders dunklen Nächten, wenn das Herz schwer ist, blitzen sie auf und berühren meine Seele. Am Morgen danach bleibt nichts zurück, außer einem seltsamen Gefühl der Ernüchterung.

Ich erinnere mich noch an deine Sprache, deinen Witz. In- und auswendig. Wie ein altes Kinderbuch, das ich viel zu oft gelesen habe. Glockenschlagartig läutet es nach – die Erinnerung an eine weit entfernte Welt.

An einen Ort, den ich einmal mein Zuhause genannt habe – irgendwann, vor langer Zeit.

Ja, die Zeit. Sie heilt alle Wunden, sagt man. Und manche heilt sie so perfekt, dass man nicht einmal mehr genau weiß, ob es die Geschichte dahinter wirklich jemals gegeben hat.

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