Wie du das Warten zu deinem ganz persönlichen Lieblingsspiel machst

Warten. Das ist das neue Lieblingsspiel der Menschen. Ich meine damit nicht das Warten auf den nächsten Bus oder in der Schlange an der Supermarktkasse. Oder das „Warten auf das Meer“, wie die Jungs von „Feine Sahne Fischfilet“. Ich meine das Warten auf bessere Jobs, schönere Wohnungen, auf tiefere Freundschaften, neue Abenteuer und natürlich auf den perfekten Partner. Manchmal mehrere Jahre. Manchmal ein Leben lang.

Eigentlich, so scheint es, haben wir den Masterplan: Denn wir haben ja schon eine ganz konkrete Idee davon, was wir in unser Leben ziehen wollen. Die Pro’s unter uns visualisieren sich den Traum noch on top. Soweit, so gut. Doch dann kommt der Haken. Denn auch wenn es eine enorme Schlagkraft hat, ganz genau zu wissen, was man in seinem Leben haben möchte, ist das folgende Szenario mit Sicherheit bekannt: Wir verbeißen uns in eine Idee, die Bitteschön genau so in Erfüllung zu gehen hat. Mit einer Wohnung in der Straße XY und einem dunkelhaarigen, 1,93 großen und blauäugigen Mann an unserer Seite. Wir schmettern alles gnadenlos ab, was nicht diesen Kriterien entspricht. Dabei vergessen wir eins: Wir sind zwar die Schöpfer unseres Lebens. Aber wir können nicht alles kontrollieren. Denn in diesem Spiel gibt es neben uns noch einen anderen, wichtigen Akteur. Die einen nennen es Universum, Gott oder Strippenzieher. Ich nenne es ganz einfach „das Leben“.

Marteria singt in einem Song:

„Denn wir leben auf einem blauen Planet
Der sich um einen Feuerball dreht
Mit ‘nem Mond der die Meere bewegt
Und du glaubst nicht an Wunder
Und du glaubst nicht an Wunder
Und ein Schmetterling schlägt seine Flügel
Die ganze Erdkugel bebt
Wir haben überlebt
Und du glaubst nicht an Wunder“

Für mich sind diese Zeilen gold wert. Denn sie beschreiben so eindrucksvoll, dass es da noch mehr gibt. Dass Kräfte auf unseren Planeten einwirken. Es ist doch wirklich sehr vermessen zu glauben, dass wir unser gesamtes Leben selbst stemmen müssen, es auf der anderen Seite aber die Erdanziehungskraft gibt, die Ebbe und Flut regelt. Wir sind nicht alleine auf diesem Planeten. Neben uns gibt es über 7 Milliarden andere Menschen. Es wäre doch verrückt, wenn jeder von uns allein in seinem stillen Kämmerchen werkelt und sein Leben lebt, ohne dass es eine Verbindung, Anziehung und Auswirkungen untereinander gibt. Wir sind nicht getrennt voneinander. Wir sind eins. Und deshalb sollten wir auch akzeptieren, dass nicht alles in unserer Macht liegt. Das heißt nicht, aufzugeben oder die Hände in den Schoß zu legen, nach dem Motto „Der da oben regelt das schon“. Es heißt für dich, eine konkrete Idee und Vorstellung von dem zu haben, was du in einem Bereich in deinem Leben erzielen oder ändern möchtest – also Entscheidungen in deinem Leben zu treffen und damit eine klare Richtung vorzugeben. Dann aber das Thema und all die damit verbundenen Sorgen, Zweifel und Hoffnungen loszulassen mit der sicheren Gewissheit, dass es ab jetzt in guten Händen ist, dich nach draußen ins Leben zu stürzen und offen zu sein für alle Ideen und Möglichkeiten, mögen sie auf den ersten Blick noch so absurd erscheinen, die dir das Leben anbietet.

Und dann passiert das, von dem Marteria singt: Es passieren Wunder. Vielleicht oder sehr wahrscheinlich nicht in der Form, wie du sie dir vorgestellt hast. Vielleicht liegt die großartige Wohnung in einem anderen Stadtteil, der neue Arbeitgeber mit den Arbeitsbedingungen, die so fantastisch zu dir passen, schreibt sich nicht mit zwei, im Alphabet aufeinander folgenden Großbuchstaben und der Typ ist gerade mal 3 cm größer als du und mit blonder Matte und braunen Augen. Jetzt liegt es an dir, zu prüfen, was für dich wirklich von Bedeutung ist. Es geht nicht darum, sich mit Plan B zufrieden zu geben. Aber häufig sind wir zu festgefahren in unserer Vorstellung, so das wir die wahren Chancen übersehen, und enttäuscht sind, weil es mal wieder nicht so eingetroffen ist, wie wir es wollten.

Was wäre, wenn wir anfangen würden, uns in unserem alten Schaukelstuhl zurückzulehnen und zu vertrauen, dass alles genau so eintritt, wie es am besten für uns ist? Dass wir die Kontrolle abgeben können, nachdem wir uns einmal für eine Richtung entschieden haben? Was wäre, wenn wir die so genannten Niederlagen – die miesen Jobs, die gescheiterten Beziehungen oder der 100. Familienstreit – als Etappen auf dem Weg zu unserem Ziel sehen? Ein Weg, den wir mit einem breiten Grinsen und in vollen Zügen genießen dürfen, weil er uns so viel lehrt – gerade da, wo sich die Steine bis zu einem Berg anhäufen. Weil er uns zeigt, was wir wirklich wollen in unserem Leben und worauf wir gut und gerne verzichten können. Und von dem wir genau wissen, dass es der Vorbote für den „Big Bang“ ist.  Ich habe vor kurzem in einem Podcast eine sehr weise Sichtweise zum Thema Singledasein gehört, die ich hier gern teilen möchte, weil sie auf das ganze Leben passt: Sieh dir all die Vorteile an, die du gerade genießt, beispielsweise als Single. Und ja, davon gibt es sehr viele: Dein Lieblingsessen kochen, wenn du magst, 6 x die Woche, jeden Sonntag einen Beauty-Tag im Bad einlegen – und das 4 Stunden lang, deine Freunde spontan einladen wann immer du möchtest und dorthin reisen, wohin dich deine Fernsucht zieht. Diese Zeit ist einmalig und kommt in der Form nie wieder, wenn du dein „Ziel“ erreicht und in einer glücklichen Beziehung bist. Deshalb leb deine aktuelle Lebenssituation in vollen Zügen. Das, was du jetzt siehst in deinem Leben ist immer nur eine Momentaufnahme. Das Leben ist im Fluss und ändert sich ständig. Mach dir deine Lebensqualität nicht kaputt weil du meinst, dein Leben weit in die Zukunft planen zu müssen und genau wissen zu müssen, was wann wie mit wem und wo eintritt. Das ist sprichwörtlich verschwendete Zeit. Und die steht uns allen ja bekanntermaßen nur begrenzt zur Verfügung.

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