Der leise Kampf

Um etwas oder jemanden zu kämpfen – was heißt das? Stärke zeigen? Mit der Waffe in der Hand und Kampfgebrüll wütend losstürmen? Sich beschützend vor etwas oder jemanden werfen? Keinen klaren Gedanken mehr fassen können, aus Angst, etwas oder jemanden zu verlieren? Nicht aufgeben?

Ich befinde mich gerade in einem Kampf. Aber mein Kampf ist ein anderer. Mein Kampf ist still. Der Kriegsschauplatz: Mein Kopf und mein Herz. Von Außen betrachtet scheint es, als hätte ich aufgegeben. Ein starrer Blick. Keine Regung. Als würde ich in mir ruhen. Denn mein Kampf gleicht keinem herkömmlichen Kampf. Man hört weder Kampfgeschrei noch ist mein Gesicht schmerzverzerrt. Nur wer meinen Blick sucht und genau hinschaut, erkennt: Hinter meinen Augen tobt es. Ein blutiger Kampf zwischen dem, was ich instinktiv machen möchte und dem, was gerade der einzig richtige Weg zu sein scheint: Auf Distanz gehen, Ruhe bewahren. Die Emotionswellen über Bord werfen und eine starre Maske aufsetzen. Abwarten. Denn ich kämpfe um jemanden, der nicht zurückerobert werden möchte. Der sich weigert, umkämpft zu werden – von mir. Und doch mache ich es. Nur eben leise. Und ohne jegliche Aussicht auf Erfolg.

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