13. Tag in Point Pleasant Beach/North Bergen – Back in New York City, Baby!

Am Morgen unseres 13. Tages geht’s um 8:30 Uhr raus aus den Federn: Check-Out ist um 10:00 Uhr, 15 Minuten vorher sitzen wir auf gepackten Koffern und sind abfahrtbereit. Das Wetter ist heute ein wenig besser als gestern. Aber schön ist anders. Daher werden wir den Tag leider nicht mehr hier verbringen und  nehmen vorzeitig Abschied vom Meer und vom Point Pleasant Beach. Gefrühstückt wird unterwegs beim amerikanischen Bäcker mit der grünen Fahne. Wir haben noch etwas Zeit, bevor wir in unser Super 8 Hotelzimmer im westlich von NYC gelegenen North Bergen einchecken können. Der mittlerweile schon sehr amerikanisierte Herr B. schlägt daher vor, was alle Amis bei schlechtem Wetter vorschlagen würde: Nein, nicht essen. Das machen die Amis ja bei jedem Wetter. Shoppen natürlich! Dafür hat er bereits ein Outlet recherchiert, das auf dem Weg liegt, The Mills at Jersey Gardens. Bis auf drei, vier „neue“ Shops ist das Angebot hier so wie bei den vorherigen Outlets. Das ist auch gut, denn so können wir einige Shops bei unserem Kahlschlag auslassen. Nach 2 Stunden haben wir die Mall einmal durchlaufen. Da es mittlerweile Mittag ist, schlägt Herr B. vor, zu Appelbee’s zu gehen. „Weil der Burger da so lecker war“, meint er. Der Appelbee’s-Burger hat es übrigens auf Platz 2 von Herrn B.’s Burger-Hitlist geschafft. Ganz knapp hinter den Hard Rock Café-Burger. Und lecker ist es auch dieses Mal wieder.

  

Gut gestärkt und laut Herrn B. mit einer Zwiebelfahne, die auch Personen im weiter entfernten Umkreis zu Fall bringt, geht es weiter nach North Bergen. Die Stadt liegt etwa 30 Minuten entfernt von New York City. Da wir unseren Leihwagen am nächsten Morgen um 10:00 Uhr wieder bei Hertz in NYC abgeben müssen, hatten wir bei unserer Reiseplanung in Deutschland beschlossen, eine Nacht auf der Mitte der Strecke einzuschieben. Die Wahl fiel auf North Bergen. Das ist zwar ungefähr so bekannt wie Bielefeld, aber es liegt logistisch gut für uns und erspart uns ein extrem frühes Aufstehen nach einer viel zu kurzen Nacht – dachten wir zumindest. Das wir am nächsten Morgen trotzdem totmüde aus dem Bett kriechen, hat andere Gründe. Zum Beispiel wegen unserer riesigen Freude, wieder in New York zu sein. Und wegen unseres Bierdurstes. Und weil es eine sehr gute Brauerei direkt am Times Square gibt. Aber dazu später.

Das Hotel liegt unmittelbar an der Autobahn. Und mit „unmittelbar“ meine ich, dass die einzige Steigerung davon wäre, dass sich das Hotel direkt auf der Autobahn befindet. Dieses sehr Autobahn nahe Hotel also verfügt über einzelne Appartments, die einen eigenen Eingang haben. Ein bisschen eigentlich wie unser Motel am Beach. Nur ohne Beach – und ohne Meer. Aber wir haben Glück und bekommen ein Zimmer nach hinten heraus. Und was auch immer „da hinten raus“ ist, die Autobahn ist es nicht: Als wir die Hotelzimmertür hinter uns schließen, hören wir keinen Mucks von draußen. Nur das Rattern des schon in die Jahre gekommenen Kühlschranks unterbricht die Stille. Herr B. und ich beschließen vorsorglich, ihm für die Nacht den Saft abzudrehen. Nachdem wir zwei Überbleibsel-Budweisern aus Boston den Gar ausgemacht haben, fahren wir mit dem Bus für 3,10$ pro Person durch den mit Autos vollgestopften Lincoln Tunnel nach NYC. Wir steigen aus am Port Authority Bus Terminal. Der gleicht vom Aufbau her fast einem Flughafen. Gates gibt es auch, für die sich die Passagiere anstellen.

Es ist schön, wieder hier in New York zu sein. Vieles ist uns noch von unserem ersten Besuch bei der Hinfahrt bekannt und vertraut. Wir schlendern am Times Square entlang und schauen, ob es bei TKTS noch günstige Musicalkarten für eine Broadway-Show gibt. Hier kann man nämlich mit etwas Glück und reichlich Wartezeit an Restkarten für Shows kommen, die für 50% Preisnachlass verkauft werden. Es ist 5 vor 19:00 Uhr – wir sind leider etwas spät dran. Die meisten Shows laufen um 19:00 Uhr, wie man einer großen Display-Anzeige entnehmen kann. Aber so schlimm ist es nicht. 50% Rabatt kann auch bei den amerkanischen Preisen ein stolzes Sümmchen sein. Als wir gerade weiter am Times Square entlang gehen und überlegen, wo wir uns heute zum Abendessen niederlassen wollen, stockt Herr B. plötzlich im Gehen. Dann läuft er auf einen mir wildfremden Mann zu, schüttelt ihm die Hand und spricht ihn euphorisch und wild mit den Armen gestikulierend an. Ich traue meinen Augen kaum. Wendet Herr B. jetzt etwa die 50 Cent-Gang-CD-Masche an? Haut er arme Touris übers Ohr, so wie es uns am Anfang unserer Reise widerfahren ist? Oder hat New York ihm jetzt den Rest gegeben? Noch als ich darüber nachdenke, stellt mir Herr B. das vermeintliche Touri-Opfer als Mitarbeiter von seiner Arbeit zuhause in Hamburg vor. Na Gott sei Dank! Aber: Wie crazy ist denn das Bitteschön? Er hatte mir zwar erzählt, dass sein Mitarbeiter auch etwa um diese Zeit in New York sein wird. Aber das wir ihn dann tatsächlich treffen? Vorm Mützenladen, auf seine Freunde wartend, am Times Square? Das ist schon abgefahren! Nachdem ich diesen Zufall mit dem iPhone dokumentiert habe, gehen der immer noch ganz fassungslose Herr B. und ich zum Abendessen ins Europa Café.

   Noch ganz euphorisch von diesem Zusammentreffen und unserer Heimkehr nach New York überfällt Herrn B. und mich plötzlich ein alter Bekannter aus Deutschland, der Bierdurst. Wie gut, dass gleich am Times Square in der 43. Straße die Heartland Brewery liegt. Wir finden einen gemütlichen Tisch und ordern die ersten zwei Biersorten von der Karte. Ich nehme ein Lager Empire Premium Beer und Herr B. trinkt ein Harvest Wheat Beer mit Zitrone – ungewöhnliche Kombi, aber ausgesprochen lecker.

 Hier treffen wir auch mal wieder auf andere Germans, die Herrn B., der inkognito bleibt, im feinsten Sächsisch um ein „Do you picture?“ – soll heißen: Could you take a picture of us? – bitten. Das macht Herr B., bevor er die nächste Runde für uns ordet. Und weil die Biersorten hier einfach so gut schmecken, winken wir den Kellner an diesem Abend noch das ein oder andere Mal heran.

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