New York, Baby! Teil 1

Es ist endlich so weit: Die lang ersehnte USA-Reise steht kurz bevor und die wichtigsten Dinge sind organisiert. Am Abend vor dem Abflug herrscht natürlich noch wirres Kofferpacken, in der Küche die Blumen für die Nachbarn aufbauen und die Wohnung in einem halbwegs passablen Zustand zurücklassen. Daher beschließt Herr B. auch kurzerhand, dass wir den Start in den Urlaub erst einmal entspannt beim Griechen einläuten. O-Ton: Koffer können schließlich auch noch später gepackt werden. Denn Hamburg war gestern – zumindest für die nächsten 2 Wochen – und ab morgen weht für uns die amerikanische Flagge! Also lassen wir es uns bei Gyros und Ouzo gut gehen. Das hat natürlich zur Folge, dass sich das Packen und Vorbereiten bis 1:00 Uhr nachts hinzieht… Nicht zuletzt, weil es die freundlichen Griechen mit Ouzo und Wein wieder einmal sehr gut gemeint haben. Aber was soll’s, der Abholservice in Form eines Kumpels von Herrn B. kommt ja erst um 7:30 am nächsten Morgen.

Die Nacht schlafen wir unerwartet gut. Morgens bricht dann aber zumindest bei Herrn B. die Aufregung – oder nennen wir es Panik – vor dem großen Flug aus. Die 5 Kügelchen Bachblüten, die ich ihm zur Beruhigung auf die Hand gebe, fallen erst mal zu Boden. Wir sind entspannt. Nicht.

Am Flughafen in Hamburg läuft dann aber alles rund. Am Gepäckband kommt es noch zu einer kurzzeitigen Verwirrung, als Herr B. seinen Koffer auf die Waage wuchtet. Wegen Batterie-Engpässen bei unserer Waage mussten wir zuhause darauf verzichten und konnten nur schätzen, welches Gewicht wir tatsächlich transportieren. Nachdem mein recht schlanker Koffer durchgewunken wurde, positioniert Herr B. seinen. Auf dem Display erscheint eine dicke 33. Herr B. schluckt und schreit entsetzt: „Wasssss????!“ Die Dame am Schalter und ich können in schnell beruhigen, dass dies das Gewicht BEIDER Koffer ist. Puh, der Mann braucht mehr Bachblüten! Nach dem Check-In schwindet Herrn B.’s Nervosität aber sichtlich. Im Anschluss geht’s noch schnell in den Zeitschriftenshop. Kicker und Happinez liegen an der Kasse bezahlbereit, als ein älterer Herr mit Bild-Zeitung in der Hand auf den Kicker tippt und mich mit großen Augen ansieht: „Ist der etwa für SIE??“, ruft er sichtlich entsetzt. In dem Moment tritt Herr B. mit einem beschwichtigenden Lächeln neben mich und der alte Mann nickt verschwörerisch. „Nein“, antworte ich. „Natürlich nicht. Aber vielleicht guck ich einfach mal verrückterweise rein.“ Willkommen im Jahr 2015.

Der Flug von Hamburg nach Düsseldorf und anschließend von Düsseldorf nach Newark ist dann aber gar nicht schlimm und, zumindest der Langstreckenflug mit der Lufthansa, sehr entspannt. Wir können zwischen verschiedenen Serien und Movies wählen, die wir uns über einen kleinen Bildschirm am Sitz ansehen, und werden im gefühlten 5 Minutentakt mit Essen und Getränken versorgt. Dank der Größe des Vogels halten sich auch die Turbulenzen in Grenzen. Als sich unsere Vordersitzmänner bzw. -frauen in der Mitte des Flugs bis in die letzte Stellfunktion entspannt zurücklehnen, wird’s dann auch ganz kuschelig für uns.

Nach 8 Stunden und 30 Minuten landen wir um 14:35 Ortszeit in Newark. Da wir noch recht fit sind, sparen wir uns das Geld fürs Cab und fahren mit der New Jersey Transit-Bahn bis Manhattan Lower East Side. Weil es bisher nach Herrn B.’s Empfinden „viel zu reibungslos“ geklappt lief, biegen wir ein paar Mal in die falsche Straße ein, bevor wir die Adresse unserer ersten Airbnb Unterkunft erreichen. Da sind wir nun in New York, der Stadt, die niemals schläft – und wollen nach einem 17 Stunden langen Tag nur noch eins: schlafen.

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