Ein neues Jahr beginnt – im Januar…

FotoEs ist vollbracht! Weihnachten und Silvester liegen hinter mir und das bedeutet vor allem eines: in meiner plötzlich kneifenden Lieblingsjeans in den ersten Monat des neuen Jahres zu starten. Aber trotz Erderwärmung begrüßt mich das noch unbekannte 2013 nicht mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher, sondern mit echtem Hamburger Schietwetter. Ich liebe diese Stadt aber zu manchen Jahreszeiten würde ich mir wünschen, ein Meteoritenabsturz würde die Stadt weit in den Süden katapultieren – ein Traum, der so schnell wohl nicht in Erfüllung gehen wird. Also heißt es, sich den örtlichen Wetterbedingungen anpassen. Und dafür ist die richtige Ausrüstung das A und O. Mindestens knöchelhohe Schuhe sind jetzt Pflicht, um sich beim Schlammketschen auf den Gehwegen nicht sein gesamtes Outfit zu versauen…

Es ist der Monat, in dem man sich morgens einmal mehr fragt, ob man nicht einfach im kuschelig warmen Bett liegen bleiben, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen sollte, um dem Tröpfeln des Regens ans Fenster zu lauschen, während man zu einer mittelmäßigen Sendung vor dem Fernsehen wegdöst… hach… Aber als pflichtbewusster Mensch sagt man dem inneren Schweinehund den Kampf an und blinzelt diese schöne (und vor allem warme!) Vorstellung beiseite, um im Halbschlaf ins Bad zu taumeln. Hier geschehen dann die ersten Wunder des Tages. Denn bei mir bewirkt die Dusche am Morgen tatsächlich ein kleines Wunder! Ohne würde ich mit Augen so groß wie ein Centstück und einem Pony, der schon mal bessere Tage gesehen hat, in den Spiegel schauen und mich fragen, ob diese Frau, die mir entgegen blickt, vor ein paar Tagen tatsächlich erst ihren 27. Geburtstag gefeiert hat. Und so ist für mich die morgendliche Dusche nicht nur ein simples To Do auf meiner Hygieneliste, sondern eine lebenserhaltende Maßnahme. Entgegen der weit verbreitete Annahme, den besten Hallo-Wach!-Kick bewirke eine kalte Dusche – vergleichbar mit einem Sprung in einen glasklaren Gebirgssee bei Minus 30 Grad –, bevorzuge ich brennend heißes Duschwasser, das meine müden Geister wieder zu neuem Leben erweckt. Die optimale Temperatur ist erreicht, wenn meine Haut eine leicht rötliche Färbung annimmt, reichlich Dampf über der Duschkabine hochsteigt und eine dicke Wand von Kondenswasser an den Fensterscheiben herunter läuft…. Das nenne ich eine ordentliche Dusche! Obwohl ich zugeben muss, dass ich kalte Duschen à la Kneipp noch nicht ausprobiert habe – wer will denn schon am frühen Morgen frieren?!?
Nachdem die morgendlichen Rituale erledigt sind, bin ich nach einer angemessenen Stylingphase – bei der meine Haarbürste mit meiner Wimperzange Hand in Hand gehen, damit ich das straffe Timing halten kann – gewappnet für die Welt da draußen. Und die kommt dann manches mal mehr oder weniger freundlich daher. Bei gutem Wetter oder sagen wir – angelehnt an Hamburger Verhältnisse – bei Nieselregen, schwing ich mich morgens gern aufs Rad oder gehe zu Fuß – und das aus mehreren Gründen: Frische Luft, Zeit, zum Nachdenken, Ruhe, Platz, Bewegung und – und das wiegt schwerer als alles andere – keine schlecht gelaunten Menschen in der Bahn!! Mir graut es an jedem Regenmorgen vor dem Eintreten in die U 2 und dem Blick in die Gesichter mürrischer Fahrgäste, die schlecht gelaunt auf dem Weg zur Arbeit sind. Ob standardmäßig mit einem Smartphone – bevorzugt iPhone – in der Hand, lauter und nerviger Technomusik im Ohr, oder – ganz altmodisch – mit einer Tageszeitung in den Händen, die so viel Platz einnimmt, dass sich der Rest der im Gang stehenden Fahrgäste wie Transportvieh zum Schlachter in eine Ecke drängt. Dazu noch laut telefonierende Teenie–Mädels, die – anders als der Großteil der Anwesenden – die gute Laune am Morgen scheinbar über den Kaffee aufgenommen haben, machen die morgendliche Bahnfahrt zu einem wahren Vergnügen. Wenn es dann auch noch zu um diese Jahreszeit ganz untypischen Schneefall kommt, verlängert sich das kuschlige Beisammensein sogar noch um einige Minuten.

An manchen Tagen bin ich nach so einem Trip einfach froh, endlich auf der Arbeit anzukommen.

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